Zwischen neuer Technik und attraktiver Ausbildung: Innungsversammlung diskutiert Berufsbild

Innungsversammlung der Glaser-Innnung Münsterland und Ostwestfalen-Lippe im Betrieb Heinrich Niggemann GmbH & Co. KG (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Innungsversammlung der Glaser-Innnung Münsterland und Ostwestfalen-Lippe im Betrieb Heinrich Niggemann GmbH & Co. KG

Drei Jahre oder dreieinhalb? Vor dieser Frage könnte das Glaserhandwerk stehen, wenn das Berufsbild an neue technische Entwicklungen angepasst wird. Bei der diesjährigen Innungsversammlung der Glaser-Innung Münsterland und Ostwestfalen-Lippe wurde darüber diskutiert, wie zusätzliche Anforderungen – etwa elektrotechnische Tätigkeiten im Zusammenhang mit schaltbaren Glaselementen – künftig in der Ausbildung abgebildet werden können.

 

Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, ob eine Erweiterung des Berufsbildes zwangsläufig zu einer Verlängerung der Ausbildungszeit auf dreieinhalb Jahre führen muss. Im kollegialen Austausch wurde lebhaft diskutiert, in welchem Umfang aktuelle Anforderungen künftig im Berufsbild berücksichtigt werden sollten – und welche Auswirkungen dies auf die Ausbildung und auf die Betriebe hätte. Dabei wurde insbesondere die Sorge geäußert, dass eine längere Ausbildungszeit die Attraktivität des Ausbildungsberufs für junge Menschen und Betriebe beeinträchtigen könnte.

 

Hauptgeschäftsführer Raoul Nossek vom Bundesinnungsverband des Glaserhandwerks (BIV) erläuterte den Innungsmitgliedern die aktuellen Entwicklungen zum Berufsbild und stellte sich anschließend den Fragen aus der betrieblichen Praxis. Damit wurde eine Diskussion aufgegriffen, die für die Ausbildungsbetriebe unmittelbar relevant ist: Welche Kompetenzen brauchen Glaserinnen und Glaser künftig – und wie viel Ausbildungszeit ist dafür erforderlich?

 

Zuvor hatte Hermann Fimpeler, Landesinnungsmeister des Glaserinnungsverbands NRW, über aktuelle Entwicklungen auf Bundesebene informiert. Dabei ging es unter anderem um die Erwartungen an die künftige Arbeit des Bundesinnungsverbands als Interessenvertretung der Glaserbetriebe.

 

Gastgeber der Innungsversammlung war die Heinrich Niggemann GmbH & Co. KG. Nach dem fachlichen Teil erhielten die Innungsmitglieder durch Ingo und Dirk Niggemann bei einem Betriebsrundgang Einblicke in die Arbeitsabläufe des Unternehmens. Der persönliche Austausch bot Gelegenheit, die Themen aus der Versammlung mit den Erfahrungen aus den eigenen Betrieben zu verbinden.

 

Die Diskussion um das Berufsbild zeigt dabei eine zentrale Herausforderung für das Glaserhandwerk: Technische Entwicklungen verändern die Anforderungen an den Beruf – gleichzeitig darf die Ausbildung nicht unnötig komplex oder lang werden.

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Innungsversammlung der Glaser-Innnung Münsterland und Ostwestfalen-Lippe im Betrieb Heinrich Niggemann GmbH & Co. KG (DI, 29. September 2026)

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